Thema: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Gemäss verschiedenen Medienberichten hat die Frau des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank im Vorfeld der Kursuntergrenze-Festlegung durch die SNB, im Währungspaar EUR CHF, einen Kauf im Währungspaar USD CHF getätigt. Der Wechselbetrag: ca. CHF 500'000.

Der Direktor der Eidg. Finanzkontrolle (EFK), Kurt Grütter, lies sich in der Zeitung "Sonntag" wie folgt zitieren: "Wir haben alle Transaktionen geprüft, aber fanden nichts Aussergewöhnliches."

Wäre die Aussage von Herrn Grütter richtig, müssten folgende Tatsachen teilweise zutreffen:

  1. es wurden regelmässig Wechselkursgeschäfte mit Beträgen in der o.g. Grössenordnung getätigt

  2. der Betrag im Vergleich zum Gesamtvermögen war nicht substanziell

  3. auch für die minderjährige Tochter wurden in der Vergangenheit regelmässig Wechselkursgeschäfte getätigt

Wenn man die Frau eines Nationalbankpräsidenten ist, sollte man vernünftigerweise:

  1. keine Wechselkursgeschäfte tätigen, die keinen nachweisbaren und direkten Grund haben. (z.B. könnte bedenkenlos gewechselt werden, wenn am Datum X.X.2011 der Betrag X in USD gebraucht würde)

  2. keine Wechselkursgeschäfte für Minderjährige tätigen. Punkt.


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Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

«Wer Devisen kauft, will Gewinn machen»
Von Claudia Blumer 
War der Dollarkauf von Kashya Hildebrand rechtens? Die Nationalbank hält ihre internen Richtlinien unter Verschluss. Das stösst auf Kritik.

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Blochers Zeit zum Schweigen
Von Thomas Felbe
Christoph Blocher soll Nationalbankpräsident Hildebrand wegen möglicher Insidergeschäfte von dessen Frau beim Bundesrat angeschwärzt haben. Hildebrand wurde inzwischen entlastet. Am Montag sprach erstmals Christoph Blocher zum Fall – oder eben nicht.

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Bank Sarasin: Mitarbeiter hat heute gegenüber der Bank sein kriminelles Fehlverhalten offengelegt

Die Bank Sarasin teilt mit, dass Bankdaten von einem Mitarbeiter unrechtmässig an externe Dritte weitergegeben wurden.

Der Mitarbeiter, welcher im Bereich des IT-Supports tätig war, gab an, Unterlagen über Banktransaktionen einem der Schweizerischen Volkspartei (SVP) nahestehenden Anwalt offengelegt zu haben. Dieser habe in der Folge ein Treffen mit Nationalrat Christoph Blocher arrangiert, das am 11. November 2011 stattgefunden hat. Der Mitarbeiter hat sich am 1. Januar 2012 der Kantonspolizei Zürich gestellt.

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Kashya Hildebrand wörtlich in ihrem Schreiben an 10vor10: «Mein Interesse am Dollarkauf war dadurch motiviert, dass er auf einem Rekordtief war und fast lächerlich billig war. Da ich über 15 Jahre im Finanz- und Bankensektor gearbeitet habe (1984-1999) und die Märkte auch immer beobachte, fühlte ich mich wohl bei dieser Transaktion.»

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Hildebrands heikle Geschäfte
Von Arthur Ruthishuser
Am 15. August kauft Kashya Hildebrand über das Konto ihres Mannes, für das sie eine Vollmacht besitzt, bei der Zürcher Niederlassung der Bank Sarasin Dollar für 400'000 Franken. Zum damaligen Umrechnungskurs erhält sie 512'000 Dollar. Auch über das Konto der elfjährigen Tochter werden rund 20'000 Dollar gekauft. Das Konto ist für die geplante Collegeausbildung der Tochter in den USA eingerichtet worden.

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Schwere Vorwürfe gegen Hildebrand
Laut einer Vorabmeldung der «Weltwoche» (Artikel online noch nicht verfügbar) hat der Nationalbankpräsident die Aufträge zum Kauf und Verkauf von Devisen jeweils persönlich erteilt, so das Magazin. Laut der Vorabmeldung liegt der «Weltwoche» ein Kontoauszug vor, der die genannten und weitere Transaktionen «eindeutig» belegt.

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

SNB veröffentlicht internes Reglement über Eigengeschäfte und Prüfungsbericht von PWC
Medienmitteilung SNB
Detaillierte Information der Öffentlichkeit durch Philipp Hildebrand erfolgt am Donnerstag, 5. Januar 2012. Mit Ermächtigung des Bankrats der Schweizerischen Nationalbank publiziert das Direktorium das interne Reglement über Eigengeschäfte mit Finanzinstrumenten der Mitglieder des Erweiterten Direktoriums (Anhang).

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Unsere Sicht:

PWC Bericht entlastet SNB-Präsidenten stark

Untenstehend sind die wichtigsten Transaktionen des SNB-Präsidenten für das Jahr 2011 ersichtlich. Es geht hervor, dass bis zum Kauf am 15.08. ein unrealisierter Verlust von USD >150'000.- angefallen war. Der Kauf hat den Einstandskurs der USD-Position auf 0,8940 USDCHF gesenkt. Der Gewinn aus dem Verkauf beträgt also nur CHF 13'519.- [(0,9202 - 0,8940) x 516'000] /*

Im Zusammenhang mit dem 1. Kauf, der 2.2x grösser war, ist die 2. Transaktion relativiert.

Wichtige Transaktionen von Herrn Hildebrand 2011

10.03.2011 Kauf USD 1'173'000 @ USDCHF 0.9375
15.08.2011 Kauf USD   504'000 @ USDCHF 0.7929
04.10.2011 Verkauf USD 516'000 @ USDCHF 0.9202

/* Korrektur Gewinnhöhe

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Bank Sarasin dementiert Weltwoche Vorwürfe
Von Lukas Hässig
«Wir halten daran fest, dass ein IT-Supporter von Sarasin geheime Informationen über Herrn Hildebrand verraten hat», sagt Sprecher Benedikt Gratzl gegenüber 20 Minuten Online. «Was hingegen die Weltwoche behauptet, dass nämlich Herrn Hildebrands Sarasin-Kundenberater Informationen offengelegt habe, ist falsch. Dieser Kundenberater hat weder mit der Presse noch mit der SVP gesprochen und hat auch keine geschützten Informationen gegen aussen offengelegt. Nach unseren Informationen existiert auch keine Strafanzeige dieses Kundenberaters gegen Herrn Hildebrand.»

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

«Ich habe natürlich Plausibilitätstests gemacht» - Journalist des Jahres Urs Paul Engeler
interviewt in der Basler Zeitung
Welche Beweise haben Sie?
Ich habe am Freitagmorgen nochmals lange mit meinem Informanten, Rechtsanwalt Hermann Lei, gesprochen – die Nationalbank hat seinen Namen ja am Donnerstag publik gemacht. Er hat mir nochmals alle Angaben bestätigt – auch, dass Herr Hildebrand die Transaktion selbst in Auftrag gegeben hat. Herr Lei hat diese Fakten vor Erscheinen des Artikels mit seinem Namen unterschrieben und damit seine Reputation als Rechtsanwalt aufs Spiel gesetzt. Das war für mich auch genügend Sicherheit, um diese Information in meinem Artikel zu verwenden. Überdies habe ich natürlich Plausibilitätstests gemacht.

Was heisst das?
An diesem 15. August wurden gemäss Kontoauszug sieben Geschäfte auf diesem Konto durchgeführt – zuerst zwei Aktienkäufe, dann der Dollarkauf und später nochmals drei Aktienkäufe. Die Aktientransaktionen hat offenbar Hildebrand selbst getätigt und ausgerechnet der Dollarkauf soll durch seine Frau getätigt worden sein. Ausgerechnet der Devisenkauf!

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, hatte sie Einblick in den umstrittenen E-Mail-Verkehr zwischen der Frau des Nationalbankpräsidenten und dem Kundenberater der Hildebrands bei der Bank Sarasin Felix S.

Dieser belegt, dass Frau Hildebrand den Auftrag selber gegeben hat. Die Zeitung zitiert den übersetzten Wortlaut: «Lieber Felix, wie besprochen möchten wir unsere FX-Position von 31 auf 50 Prozent erhöhen.» FX steht für Fremdwährung. Im Original heisst es «we would like to».

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

Ehemaliger SNB-Kollege reitet Attacke gegen Hildebrand

Ein Ex-Kadermitglied der Nationalbank sagt gegenüber SonntagsBlick, die Direktionsmitglieder seien sich stets einig gewesen, dass es absolut verboten ist, grosse Beträge anderer Währungen zu halten, generell mit Devisen zu handeln.

Die Auslegung des Reglements sei – ausser offensichtlich für Hildebrand – allen klar gewesen: «Mitglieder der Nationalbank-Direktion und ihre Ehepartner dürfen nur Schweizer Franken auf ihren Bankkonti haben.

Das war auch die Meinung von Hildebrands Vorgänger, Jean-Pierre Roth», so der Insider.

Hildebrands Verhalten findet der Mann, der anonym bleiben will, «daneben». Es gehe nicht nur um den Vorwurf der Bereicherung. Wenn man als Präsident einer Notenbank privat fremde Valuta besitze, beeinflusse dies die geldpolitischen Entscheide.

Jeder Devisendeal, so das Ex-SNB-Kadermitglied weiter, sei gravierend – auch wenn er mit Käufen oder Verkäufen von Objekten gerechtfertigt werde wie im aktuellen Fall. «Hildebrand verkauft ein Haus in der Schweiz und kauft kurz darauf Dollar. Dann kauft er ein neues Haus in der Schweiz und verkauft die Dollars wieder. Beide Haus-Deals wickelt er mit Franken ab. Also hat der Dollar-Deal nichts mit den Häusern, sondern mit Spekulationsmotiven zu tun.»

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

«Würde überhaupt nicht mit Devisen handeln»
Kritik eines ehemaligen Notenbankers

Wie bewerten Sie die Dollarkäufe der Familie Hildebrand?
Zum aktuellen Vorwurf kann ich mich nicht äussern, weil ich die Hintergründe nicht kenne. Aber davon unabhängig gilt grundsätzlich: Wenn ein Nationalbankpräsident mit Devisen spekuliert, bleibt ihm nur der Rücktritt.

Gibt es keine tolerierbaren Ausnahmen für Devisenkäufe, zum Beispiel die Entscheidung, sein Vermögen je zur Hälfte in Dollar und Franken anzulegen?
Wenn ich an Herrn Hildebrands Stelle wäre, würde ich überhaupt nicht mit Devisen handeln. Und auch nicht mit Aktien. Das Risiko ist zu gross.

Re: Die Dollar-Käufe der Frau des SNB-Präsidenten

EURCHF-Kurs am 9. Januar 2012